FOGATA



Die Installation FOGATA (span. „Freudenfeuer“) stellt ein Tribut für den Gott und Teufel Chango dar. Feuer-bekleidete Donnersteine tanzen in Choreografie mit dem Rhythmus der singenden Luft. Die Installation materialisiert die Macht und Göttlichkeit Changos und erhebt die Bedeutung des Donnergottes als Hauptsymbol des afrikanischen Widerstandes gegen die europäische Kolonialisierung.




Seit dem Beginn ihrer eigenen Existenz ist die Menschheit fasziniert vom Feuer, von der Steinzeit, über die Alchemie, bis zum Verbrennungsmotor. Es kann transformierend oder zerstörerisch wirken. Als Geschenk des Himmels (Blitz) und der Erde (Lava) ist Feuer Protagonist und elementares Symbol in zahlreichen Religionen und Erzählungen und somit Werkzeug und Waffe, Gott und Teufel.



Trotz des systematischen Sklavenhandels und der Ausbeutung in der Kolonialzeit überlebte in der afrikanischen Bevölkerung im lateinamerikanischen Territorium ein kolossaler und reicher Schatz afrikanischer Traditionen, darunter der Glaube an den Gott und Teufel „Chango“. In der afro-lateinamerikanischen Religion Santería verkörpert sich Chango im König des Donners, Blitzes, der Gerechtigkeit, des Tanzes und der Männlichkeit. Er wirft auf jeden, der ihn beleidigt, einen Stein, der Donner und Blitz erzeugt. 

Chango war alltäglich anwesend in meiner Kindheit, er wird in Kolumbien mit Salsa-Liedern verehrt. Feuer und Musik sind sehr stark verbunden mit meinen ersten Erinnerungen, auch in Verbindung mit meinem Vater.







FOGATA erzeugt ein künstliches Naturphänomen mithilfe von 16 Luftsäulen, deren Luftdruck durch DMX-Programmierung ständig variiert, in Synchronisation untereinander. Um die Luftsäulen bilden sich Feuerringe, darüber „tanzen“ reflektierende Kugeln. Die Intensität des Feuers und die Bewegung der Kugeln werden durch die wechselnde Luftströmung beeinflusst und choreographiert. Es entsteht ein Feuer-Schwarm.